Koblenzer Erklärung des Grafen Heinrich vom 15 Juli 1603

Text nach J.J. Moser mit sinngemäßer Übertragung

In eben diesem Jahr 1603, den 15. Jul. St.n. protestierte Graf Heinrich zu Coblenz vor Notarien und Zeugen, dergestalt:

Wir Heinrich Graue zue Sayn Herr zue Homburgh, Munckler undt Mentzburg etc. Erscheinen vor euch Notarien undt Gezeugen und zeigen auß hochdringender Noth jedoch cum expressis protestationibus de non injurando & aliis apud Acta zufinden, offentlich ahn, demnach im ganzen Reich leider zuviel ruchttbher kundig undt wharhafftigh ist, welchergestaltt wir, sine lege, sine ordine, sine ratione, inauditus, indefensus, non citatus, non judicatus aut condemnatus, absque culpa & causa legitima, vi & facto coadunatis hominibus armata manu unnser angepornne Landt und Leuth, Erb= undt Lehen, Brieff, Register und Siegell, gentzlich entstossen, privirt, unnserer Beamptten und Thiener entsetzet, unnsere undersassen mit allerhandt newerungh der Religion und anderer unträglicher Beschwernuß angefochtten undt uberzwungen, unnsere Gülden undt Renthen unnß entfrembdet, erhaben undt entwendet, undt unnß nichts davonn zukommen, undt in andere unzimbliche Thattliche Wege unerhörtter geschichtte mit Landen undt Leuthen umbgangen, das GOtt im Himmell sich darüber erbarmen wolte,  
In eben diesem Jahr 1603, am 15. Juli, protestierte Graf Heinrich in Koblenz vor Notaren und Zeugen wie folgt:

Wir, Heinrich, Graf zu Sayn, Herr zu Homburg, Munklar und Münzburg etc. erscheinen vor euch Notaren und Zeugen und zeigen aus dringender Not, jedoch mit ausdrücklichen Erklärungen, nicht zu verleumden, und weiteren [Erklärungen], die bei den Akten zu finden sind, öffentlich an (wovon im ganzen Reich leider zuviel wahrheitsgemäß bekannt ist), auf welche Weise wir - ohne gesetzliche Grundlage, ohne angehört worden zu sein, unverteidigt, nicht vorgeladen, nicht verurteilt, ohne Schuld und legitimen Grund - mit Gewalt und bewaffneter Hand von miteinander verschworenen Menschen unsrer ange-stammten Länder und Leute, Erb- und Lehensgüter, Briefe, Register und Siegel völlig beraubt wurden, wie uns unsre Beamten und Diener weggenommen, unsre Untertanen durch religiöse Neuerungen und andere unerträgliche Belastungen angefochten sind, wie uns unsre Einkünfte und Renten entfremdet und entwendet wurden und wir nichts davon mehr erhalten, und wie auf andere unziemliche, tätliche Weise auf unerhörte Art mit Land und Leuten umgegangen wird, dass es Gott im Himmel erbarmen muss,
doch nach vielem ersuchen, intercession undt pitten (da wir sonnsten zur Verthedigung unnser Unschuldt anderst vonn Gott undt dem Rechten verliehene wol versehene unnß ahn die Handt gegebene mittel hetten geprauchen können, doch aber zu Vörschonungh des lieben Vatter Landtz Rhue und Frieden erwelet) bey der Chur = Fürstl.Pfaltz unserem gnädigsten Herrn so viele erhaltten, das Ihre Chur = Fürstl. Gn. wann wir unnß mit denn auch Wolgepornnnen Wilhelmen von Sayn etc. Grauen zu Widtgenstein etc. und der Grevin zu Sultz etc. uff künfftigen fall Successionis verglichen hätten, doch nach vielen Eingaben und Bitten (obwohl wir zur Verteidigung unsrer Unschuld auch andere Mittel hätten einsetzen können, die uns von Gott und dem Recht an die Hand gegeben sind, jedoch zur Schonung des lieben Vaterlands Ruhe und Frieden erwählt haben) bei unserem gnädigsten Herrn von Kurpfalz den Bescheid erhielten, dass Seine kurfürstliche Gnaden, sobald wir uns mit den hochwohlgeborenen Wilhelm von Sayn usw., Graf zu Wittgenstein, und Gräfin zu Sulz usw. über die Frage der künftigen Nachfolge geeinigt hätten,
Alsdann Ihr. Chur. Fürstl.Gn. die gesuchtte Restitution ohn allen Vorbehaltt unß allerdings gnedigst widderfharen undt geschehen lassen woltte, Alles ferneren Inhalts vorberürtter Pfaltzischer erklerungh, welche hiehero worttlich der Kürtß halben allegirt undt eingefuret wirdt, sodann die Wiedereinsetzung, um die Ihr Kurfürstliche Gnaden ersucht wurde, uns ohne Vorbehalt allergnädigst gewähren und durchführen wolle. Alles Weitere ist dem Inhalt der erwähnten pfälzischen Erklärung zu entnehmen, auf deren Wortlaut hier der Kürze halber verwiesen wird.
Inmassen dann auch wolgedachtter Graff zu Wiedtgenstein etc. So dann auch die Grevin zu Sultz etc. unnsere Baaß, undt wir endlich dahien verwilliget, einer Tagsatzungh hieher uff Covelentz unnss verglichen, dahien Fürst=Greueliche undt Adeliche Personen und Rechttsgelehrten allerseits zu guttlicher Handlungh benent erwelet, erpetten, verschrieben, wie sie dann auch allesamptt guttwilligh erschienen, niedergeßessen, den Tagh den jegenwerttigen Partheyen eröffnet, welche auch ein jeder vor ihr heuptt compariret, Ihre Notturfft Schrift= und mündlich vorgedragen, und weitter daselbsten verhandelt, wie das Prothocoll ordentlich inhalten undt bezeugen thut, Dementsprechend haben dann auch der erwähnte Graf zu Wittgenstein, außerdem die Gräfin zu Sulz, unsre Cousine, und wir schließlich eingewilligt, uns auf eine Tagung hier in Koblenz verabredet, zu der fürstlich-gräfliche und adlige Personen und Rechtsgelehrte von den Beteiligten zu gütlicher Verhandlung benannt, erwählt, erbeten und verpflichtet wurden, die dann auch allesamt mit gutem Willen erschienen und niedergesessen sind, das Problem den jeweiligen Parteien eröffnet haben, wozu sich auch ein jeder aus seiner Sicht geäußert, seine Bedürfnisse schriftlich und mündlich vorgetragen und an Ort und Stelle weiter verhandelt hat, wie es das Protokoll ordnungsgemäß beinhaltet und bezeugt,
Dasselbigh auch dieß ends widerholet und zumahl eingezogen wirdet, Inmittels aber Hoch= und wolgedachte Herrn erwelte erpettene undt verordnete Niedergesessessene Underhendler undt Schdtfrunde in vleißiger wircklicher Arbeit undt tractation sich bemühet, ahn sich nicht manglen undt ersitzen lassen,Wie und mittwas Mitteln und Wegh wir mitt gemelttten Grauelichen Heussern intraglichen gutten gewünschttem Frieden, Eintragtt und Vergleichungh uff zutragenden Fall Succesionis unnser Graff und Herrschafften verglichen, undt unnß zu gepürender vonn Gott und Rechtswegen schuldiger Resitution möchte verholffen undt andere Weitterungh allen Theiln Schimpff und Schdt, auch Landt undt Leuthe Beschwer und Gefher, vortt böße Exempel undt gleiche geschwinde Conseqventien verhütet denen vorgebawet undt bey allen Fürst= Grafff undt Adelichen Heussern welche von Potentioribus Lehen tragen, möchtte abgethan, undt auß der Bahn genommen werden, das auch zu diesem Zweck wiederholt und hier eingefügt wird. Während aber die hohen und geachteten Herren, die erwählten, erbetenen und beigeordneten Unterhändler und [?] sich in fleißiger wirklicher Arbeit und Verhandlung unentwegt darum bemühten, wie und mit welchen Mitteln und Wegen wir mit den erwähnten gräflichen Häusern in festem, gutem, gewünschten Frieden, in Eintracht und Vergleich für den künftigen Fall der Nachfolge in unseren Graf- und Herrschaften übereinkommen und uns zu gebührender, von Gottes und Rechts wegen geschuldeter Wiedereinsetzung verholfen werden könnte und wie für alle Teile Schimpf und Schaden, auch Belastung und Gefahr für Land und Leute, böses Beispiel und die unmittelbaren Konsequenzen daraus verhindert werden könnten, damit ihnen vorgebaut und sie bei allen fürstlichen, gräflichen und adligen Häusern, die von Übergeordneten Lehen besitzen, abgetan und beendet werden,
So haben dannoch deren zwischen gemeltter Graff zu Wiedtgenstein etc. mit der Grevin zu Sultz etc. absonderlich undt ahne der Herrn Underhendler Als auch ohne unnser zuthun Wissen undt Willen die Köpffe zusammen gestochen, undt sich, (Als zur ungefher der Berichtt außkomptt) ahn statt daß sie Vermögh Chru=Fürstl.Pfaltz erklerung, auch der Natur verwanth freundlicher Billigkeit, uff unnseren künfftigen Abgangh zu warten, undt unnß vor allen Dingen zur Restitution angepornner Erb= und Lehen, Landt undt Leuth undt was deren mehr anhängtt, zu vertrewlich verholffen sein sollte, dahien sie vertragen, gerath aie unnß unserer Landt und Leuthe in ewigkeit bey unserem Leben verstossen, und der gepürender im Rechten Reichs Constitutionen undt gemeinen Landt = Frieden begrunntter, eusserst schuldiger Resitution gantz und gar aufzuschliessen undt Trostloß zu machen undt sich selbst in viventis haereditate praepostero ordine voto & voluntate non pia, non justa, non convenienti & decenti unfreundlich, widder alle verwandtliche Pflicht, Greuelichen Standt und Reputation continuirter Gewaldt und Thattlichkeit einzutringen, underfangen,

Indem nunmehr schicklich billiger undt rechtmeßiger Friedthandlungh darzu Wir unnsers Theils geneigtt undt unnß vberflüßigh erklertt den Rucken gepotten, zum Wege gefhertichtt, In meinungh unnß endlich Trostloß Beschwertt, Betrengtt, undt Bekümmertt hinter sich verlassen, Endlich viellichtt durch Desperation (das Gott verhütten) zu ihrem Willen und Wolgefallen zu erzwingen vermeinen, Dargegen da woll unß vonn Gott, vonn der Natur, vonn Geistlich= und Weltlichen Rechtten des Heiligen Reichs hochverpoentten Landt = Frieden, heylsamen Constitutionen und Abscheiden andere mittell bevorstünden, zugelassen.
so haben trotzdem der inzwischen erwähnte Graf zu Wittgenstein usw. und die Gräfin zu Sulz usw. heimlich und ohne unser und der Herren Unterhändler Zutun, Wissen und Willen die Köpfe zusammengesteckt und sich (so ungefähr lautet der Bericht), statt entsprechend der kurpfälzischen Erklärung und der natürlichen freundlichen Billigkeit auf unsern Tod zu warten und uns vor allen Dingen zur Rückerstattung der angestammten Erbgüter und Lehen, von Land und Leuten und was dazugehört zu verhelfen, dahin geeinigt, uns für immer schon zu Lebzeiten von Land und Leuten zu vertreiben und von der gebührenden, in den Reichs-Konstitutionen und dem Allgemeinen Landfrieden begründeten, äußerst geschuldeten Wiedereinsetzung ganz und gar auszuschließen und trostlos zu machen, und es unternommen, selbst in das Erbe des noch Lebenden (im Hinblick auf die für später vorgesehene Ordnung) mit fortgesetzter Gewalt und Tätlichkeit einzudringen, mit bösem, ungerechtem und ungehörigem Willen und gegen alle verwandtschaftliche Pflicht und gräflichen Stand und gräfliche Ehre, sodass es nunmehr in die Wege geleitet wurde, der schicklichen, angemessenen und rechtmäßigen Friedenshandlung, zu der wir uns von unsrer Seite bereit und geneigt erklärt haben, den Rücken zu kehren, in der Absicht, uns schließlich trostlos, belastet, bedrängt und bekümmert zurückzulassen, vielleicht sogar durch Verzweiflung (was Gott verhüte) zu erzwingen, was ihrem Willen und ihren Wünschen entspricht, wogegen uns aber von Gott, von der Natur, von den geistlichen und weltlichen Rechten aus dem geltenden Landfrieden des Heiligen Reiches und seinen heilsamen Satzungen und Beschlüssen andere Mittel zur Verfügung stünden.
Auch vor des allgemeinen Grauelichen Stands Reputation, unumbgenglich undt pilligh ahn die Hand nehmen,undt eyffern, darzusonder allen Zweiffell Keyser und König, Chur undt Fürsten, Vortt anderer die dieß betrewlichen Wessens unsers altten Grauelichen Stands undt Namens berichttet, endlich ein Christlich mittleiden schoepfen und begreiffen werden, allergnedigst undt gnädiger Hülfft, Beystandt und Trost erwerben, erhaltten, und zuleßig unverweißlich eusserst gezwungen undt genottrengtt, geprauchen könnten, Auch könnten wir aus allgemeiner Achtung vor dem gräflichen Stand darauf dringen und dafür eifern, es sei unumgänglich und gerecht, dass ohne irgendwelche Bedenken Kaiser und König, dazu die Kur- und übrigen Fürsten noch vor anderen, die das in Treue zum Wesen unsres alten gräflichen Standes und Namens vertreten, endlich ein christliches Mitleid schöpfen und begreifen, dass wir allergnädigste und gnädige Hilfe, Beistand und Trost erwerben, erhalten und unabweisbar, durch äußerste Not gezwungen und gedrängt, brauchen könnten.
Gleichwoll haben wir dennoch auß lautterem fredlichen Wessen, trew tragende lieb zu gemeinen vatterland, zu Verschonungh unserer angepornner Landt und Leuth endlich uff dieß extremium unnß erkleret, daß nemblich dieweil wir verstanden, daß gedachtter Graue vom Witgenstein etc, die Grevin vonn Sultz etc. uff sichere Wegh abgewilligtt, undt dardurch soviel ahn ihnen unß in den Todt ergeben, Wir jedoch absque omni praejudicio gedachttem Graff Wilhelmen zu Wiedtgenstein etc. Alß einen Mitthülfer, coadjuvanten und Coadministratorn, Auch zu sampttlicher huldigungh unserer Underthanen in eventum, so wir ahne eheliches Leibs=Erben todtlich abfallen würden, nach erlangter allinger und volkommener Resitution uff undt ahnehmen wollen alles mit gesambttem gutten Rath unseren Landen und Leuthen zum besten anzustellen, zu richtten und zu thun unde zu lassen,Fernner auch mitt diessen bedingh verglichen werde, Gleichwohl haben wir dennoch aus lauterem friedlichen Wesen, treu tragender Liebe zum gemeinsamen Vaterland, zur Schonung der uns anvertrauten Land und Leute, uns zu dieser extremen Position bereit erklärt: wir sind einverstanden, dass erwähnter Graf von Witgenstein, unterstützt von der Gräfin von Sultz, obwohl sie uns in die Todesnähe geführt haben, ohne jegliches Vorurteil gegenüber dem erwähnten Grafen Wilhelm zu Wiedtgenstein, ihn als einen Mithelfer, Beistand und Mitverwalter nach allgemeiner und einhelliger Zustimmung annehmen wollen, und ihn auch zur allgemeinen Huldigung allen Untertanen, falls wir ohne leibliche Erben zu Tode kommen, empfehlen, zusammen mit dem allgemeinen guten Rat, alles für Land und Leute zum besten zu tun. Wir stellen aber die Bedingung, dass er die Regierung wie zuvor und in unserem Namen führe,
Erstlich daß die Regierungh, wie bevor, in unserem Namen versehen und verwalttet, zum Andern unnser Beamptten Räth und Thiener in unnser Aydt und Pflichtt, bey ihren Diensten gelassen, zum Dritten Wir mitt dem an dero seitz außgemachttem Deputatio der Acht Taussent Franckfurtter Gulden zu unnser Underhaltungh auß unnseren Renthen undt gefallen selbsten zu erheben, friedig sein wollen, Zum einen, dass die Regierung weiter geführt werde wie bisher durch uns; zum anderen dass unsere Beamten, Räte und Mitarbeiter, die uns gegenüber in Eid und Gehorsamspflicht standen, in ihren Diensten belassen werden; zum dritten, dass dem ausgemachten Deputat von achttausend Frankfurter Gulden zu unserer wirtschaftlichen Unterhaltung neben unseren uns zustehenden Renten zugestanden wird;
zum Viertten,Waß aber angeregttes Deputat auß allen unnseren Graf= und Herrschafften, Gülden undt Renthen, Schatz, Brüchtten und Schulden, vortt anderen in=undt uffkompsten eroberen würde, solches zumahl ohne Underscheidt mitt gesabttem Vorwißen undt Rath zu Ablagh unnser Graff undt Herrschafften, Beschwer, Last undt Schulden, sonst zu deroselben ersprießlichen gemeinen Nutz, uhrbar undt bestem anzuwenden, damitt also gedachtter vonn Wiedtgenstein etc. uff den Fall Wir ohne Leibs = Erben in ehelichem Stand gezielet undt geporen, abgehen würden, die Successio haeereditatis gebeßertt, gfreyett und bey unnserem leben in guttem Standt, Ordnungh undt Policey, zum vierten, was aber die vereinbarten Einkünfte aus allem unserem graf- und herrschaftlichen Besitz betrifft, also Geldvermögen, Renten, Wertsachen, Verpflichtungen und Forderungen, sollen diese von dem Übernehmenden zunächst und ohne Unterschiede gewissenhaft zur Ablösung unserer Lasten und Schulden verwendet werden, dann zum allgemeinen Nutzen. So dass sich für erwähnten von Witedtgenstein, falls wir ohne leibliche Erben aus ehelicher Beziehung sterben, die Nachfolge unter verbesserten Voraussetzungen und ordentlich vollziehen kann.
Auch mitbeiderseitz einhelligemVleiß beide Herrn interessirenden Chur = undt Fürsten unserer Graff= und Herrschafften Lehen=Herrn dahien mögtte bearbeitet,undergangen,undt dirigiret werden, daß uff jetzt angeregtten unnseren Todtfall (so in GOttes Henden stehet) in Ruhe undt rastlicher Possession aller Erb und Lehen were undt verpliebe, undt nach Leistungh gesprülicher Schuldigkeitten gnedigst auch gnedig investiret undt belehnet werden mögen, mit angehängtter teutlicher Anzeigh, Auch mögen die beiden beteiligten Kurfürsten, die Lehensherren unserer Graf- und Herrschaften, ersucht werden, im Falle unseres Todes (so wie es in Gottes Hand liegt) die Erb- und Lehensrechte ohne Unterbrechung zu verleihen und zu beurkunden.
Im Fall uber alle Zuversichtt, solche eusserste der seitz allerbeste annembliche nutz undt nötige mittell nichtt angenommen, Dann eben wie bißher vorgesetzlich keine Rhue noch Friedferttigkeitt, schlechtes aber die Scherpff unfüglich, unverursachtt, und widder alla anfangs gerümbtte Fundamenta Recht undt Billigkeitt, angerichtet, undt herfürgezogen werden sollen, daß uff solchen claglichen Fall wir zugedencken hetten, und dahien trachtten müsten, Wie wir durch Gottliche und menschliche Hülff, Trost Undt Beystand aller bestergestaltt und weiße Mittell und Wege zu unnseren Landen, undt Leuthen wiederumb wircklich kommen, undt eingesetztwerden mögen, Falls aber gegen alle Zuversicht diese vorteilhafte Lösung nicht angenommen wird, dann wird es wie bisher weder Ruhe noch Frieden geben, nur Scherben, von uns nicht verantwortet und gegen alle Fundamente des Rechtes gerichtet, dann müssten wir sehen, wie wir durch göttliche und menschliche Hilfe, Trost und Beistand akzeptable Wege finden für unser Land und seine Menschen.
Gestaltt dann diessser Vorschlagh mit Vorwissen der Hochwürdigsten auch Hochgepornenen Fürsten undt Hoch= undt wohlgehertten Herrn Lottharij Ertz=Bischoffen zu Trier und Chur=Fürsten etc. Herrn Salentin Grauen undt Herrn zu Isenbergh undt Herrn Bartholdi Schorey Greuelichen Naussawischen Rath, als Grevelichem Nassawischen Abgeordtneten undt substituirten undt zu geflogener verhoffter Friedthandlungh zu Covelentz, leider wie vorstehet, vergeblich abgangen, unser Respective hnedigste Herrn auch Verwantten und Freunden guttem Rath und Vorwißen mit umbständlichen bewegnüssen mündtlich vorgetragen, dardurch unser trewhertzige Rhue und friedferttige Meinungh gründlich zu erkennen geben, viel bemelttem Grauen zu Wiedtgenstein et. alhie jegen wertigh hatt angezeigtt werden sollen, derselb aver widder Zuversichtt hie dannen unverrichtter Sachen abgezogen, undt unnß alhier schimpfflich pleiben laßen, Mit Zustimmung des Hochwürdigsten und Hochgeborenen Herrn Lothar, Erzbischof und Kurfürst zu Trier, im Beisein von Herrn Salentin, Graf und Herr zu Isenburg, und von Herrn Bartholdi Schorey, Gräflich - Nassauischer Rat, Als Gräflich - Nassauische Vertreter, fand die eilig einberufene Friedensverhandlung zu Koblenz vergeblich statt. Leider wurde nicht zur Kenntnis genommen, dass wir auf den Rat unserer Verwandten und Freunden unsere treuherzige Reue und Friedfertigkeit zu erkennen gegeben haben, um diese dem erwähnten Grafen zu Wittgenstein allen anderen anzuzeigen. Derselbe ist aber gegen unsere Zuversicht abgereist und hat uns hier schimpflich zurückgelassen.
Derowegen Wir verursachtt werden, Uber die vorerzeltte Sachen undt alles waß jetzt bey diesen Actis weitter vorgelauffen offentlich unnß zu bezeugen, am ziierligsten undt bestergestaltt der Rechten darvonn zu protestiren, zu Gott dem Allmechttigen zu der Röm. Kay. Maytt, zu Chur und Fürsten, Grauen und Herrn, Stette und Stende des Reichs, Vort… zu allen christlichen Potentaten und Obrigkeitten unß zu beruffen, zu beklagen undt umb Hülff Rath und That zu pitten, Deshalb sehen wir uns gezwungen, über diese aufgezählten Tatsachen und alles, was sonst geschehen ist, öffentlich zu reden und mit Anspruch des Rechtes zu protestieren vor Gott dem Allmächtigen, vor der Römisch - Kaiserlichen Majestät, vor den Kurfürsten und Fürsten, vor Grafen und Herren, vor den Städten und Ständen des Reiches, vor …..allen christlichen Potentaten und Obrigkeiten, uns zu beschweren und um Hilfe, Rat und Tat zu bitten,
Auch alle media & vias tam juris & quam facti, wie die am besten vortreglichsten undt schleunigsten zu bedencken, zu finden undt ahn die Handt zu nehmen sein, außdrücklich vorbehalten, darbey klerlich bezeugett haben wollen, was wir deren einen oder mehr zu Hülff, Beystande und Trost bewerben, erhalten, vornemen und geprauchen möchtten, das wir darzu durch unvermeidtliche Noth derseitz unß zugedrungener Angst Beschwernüß undt vorgesetzlicher Verharrung undt Widdersput eusserst sein gezwungen und gedrungen, undt wofern einige Weitterungh, Schimpff undt Schade Gefhar undt Beschwer, Landt undt Leuthen undt mehr dergleichen Unheilß darauß erwachßen undt entstehen würden,  auch welche Mittel und Wege am besten zu bedenken, zu finden und zu verwirklichen sind. Dabei behalten wir es uns ausdrücklich vor und bezeugen es, wenn wir die eine oder die andere Hilfe, Beistand und Trost erbitten, dass wir dazu durch aufgezwungene Angst, Beschwernis und vorsätzliche Beeinflussung und Widerstand zum äußersten gzwungen wurden und insofern Schimpf und Schande, Gefahr und Not für Land und Leute und besonders auch Unheil daraus erwachsen und entstehen würden.
Vonn dem allem die Schuldt und Ursach nichtt unnß, sondern dem Grauen zu Wiedtgenstein etc. gewißlich uffzumessen, darvonn vor dem gestrengen Urtheil GOttes undt vor aller Weltt Rechnung zu geben, Wie wir auch vor Gott und aller Welt mitt dießem offentlich erkleren undt bekennen, daß die vonn der Grevinnen zu Sultz etc. uffgelegtte vermeintte Donation nicht richttigh, sondern dolo, fraude & metu causiret, und wir mitt beweißlichen drau Wortten und andern erschrecknüssen in eusserster unnserer Angst undt Trübnüß undt perturbation in frembden Landen von allen unnseren Freunden, Räthen und Leuthen abgewentt und entblosset, darzu induciret worden, Gewisslich ist nicht uns sondern dem Grafen zu Wittgenstein die Schuld und Verursachung zuzuschreiben. Dies wird vor dem gestrengen Urteil Gottes und vor aller Welt offenbar werden.

Wie wir auch vor Gott und aller Welt hiermit öffentlich erklären, dass die von der Gräfin zu Sultz angegebene vermeintliche Schenkung, nicht rechtsgemäß sondern aufgrund von List, Hinterlist und Furcht zustande kam, und wir nach nachweisbar bedrängenden Worten und anderen negativen Beeinflussungen in unserer äußersten Angst und Trübnis und Verwirrung, im Ausland ohne unsere Freunde, Räte und Menschen, dazu verführt worden sind.
Derowegen Wir dieselbige vermeintt nunmehr mehrbesagttem Grauen zu Wiedgenstein etc. ubergebene Donation per se nichttig, unrichtig undt in allen Rechtten Krafft undt Machttloß hiemitt erkleren, undt hierneben durch ein besondere Protestation dieselben also ferner erkleren undt offentlich revociren wollen, ………. Deshalb geben wir kund, dass die Donation völlig nichtig, unrichtig und in allem kraft- und machtlos ist, und wir diese nun dem Grafen zu Wittgenstein übergeben.

Wir wollen uns aber dabei durch einen besonderen Protest in aller Öffentlichkeit erklären.